Oktoberfest 2007

Das war die BUGA in Löbichau

Am 13.10.2007 wurde die BUGA aus dem Altenburger Land im Rahmen des Löbichauer Oktoberfestes verabschiedet. Für fast ein halbes Jahr prägte sie unseren Ort Tag für Tag. Ob durch Presse, Veranstaltungen oder auch aktive Teilnahme am Rahmenprogramm. Irgend etwas Neues gab es immer. Es war eine Zeit mit unheimlich vielen und intensiven Eindrücken. Und gerade deshalb ist es mir auch schwer gefallen, treffende Worte zum Abschluss dieser aufregenden Zeit zu finden. Es hieß also erst einmal, alle Empfindungen zurück fahren und die ganze Angelegenheit mit ein bisschen Abstand betrachten. Aber selbst dann fragt man ich: War es toll? War es spitze? Oder war es etwa unvergesslich? Tja, keine Ahnung, was die Sache nun am Besten trifft. Aber vielleicht kann jeder seine eigene Antwort finden. Vielleicht lässt es sich für jeden selbst am besten einschätzen, wenn er sich fragt: Was hätten wir denn noch gewollt?

Gera/Ronneburg hatte 1,4 Millionen Besucher. Viele Projekte der Infrastruktur und des Tourismus wurden umgesetzt, auf die man ansonsten sicherlich vergeblich gewartet hätte. Und nicht zuletzt stand eine ganze Region hinter dem Gelingen. Irgendwie hatte man das Gefühl, das jeder Ostthüringer selbst ein bisschen BUGA ist!

Und wie es ich im Großen darstellte, so war es auch bei den verschiedenen Begeitobjekten. Allen voran „Resurrektion Aurora“, das BUGA-Begleitobjekt des Landkreises Altenburger Land in der Gemeinde Löbichau. Wir bepflanzten die Halde Beerwalde und lassen sie demnächst in Regenbogenfarben erblühen. Wir gestalteten einen Skulpturenpark unter dem Förderturm des Schachtes Drosen. Wir gaben der Natur ein Stück „Respektiertes Areal“ zurück. Wir schufen die längste Lindenalle des Altenburger Landes. Wir lesen am Pfad der LiterNatur. Wir erinnern uns mit den Zeitzeugen, die uns die Geschichte dieses geschundenen Stücks Erde nicht vergessen lassen. Wir empfingen allein in Löbichau 13.400 Besucher. Wir feierten Feste und ließen den Musenhof Löbichau wieder erwachen.

Alle Gäste, Einwohner und Beteiligte waren sich einig – Resurrektion Aurora war ein voller Erfolg. Und so kam es auch nicht von ungefähr, dass diese Zeit einen angemessenen Ausklang finden sollte. Im Löbichauer Bürgersaal erinnerte Birgit Seiler, Fachbereichsleiterin im Landratsamt Altenburger Land, an die Anfänge des Projektes und verdeutlichte mit interessanten Bildern von Antje Gallert die gesamte Entwicklung. Bürgermeister Rolf Hermann hob noch einmal die Bedeutung für unsere Gemeinde und den Landkreis hervor. Gleichzeitig dankte er allen Beteiligten für ihre geleistet Arbeit – allen voran den fleißigen Einsatzkräften um Andre Hupfer, Silvia Bade und Marco Nierlein. Die Greizer Landrätin Martina Schweinsburg wertete das gesamte BUGA-Projekt ebenso als überaus gelungen und wies auf die positiven Synergien für den gesamten ostthüringer Raum hin. Sieghardt Rydzewski, Landrat des Landkreises Altenburger Land, verdeutlichte in seiner Ansprache die bewusste Nachhaltigkeit von Resurrektion Aurora. Im Gegensatz zu anderen BUGA-Objekten soll die Halde Beerwalde auch zukünftig für Besucher offen stehen und als touristisches Ausflugsziel dienen. Der Skulpturenpark soll schrittweise erweitert werden und die Kaiserlindenallee wird erst in Jahrzehnten ihre wahre Pracht zeigen. Mithin wird man sich auch noch in ferner Zukunft an die BUGA 2007 in Löbichau im Altenburger Land erinnern und auch dann noch Nutzen davon haben können.

Solche Erfolge sind zu feiern und so hatte sich auch ein großes Publikum eingefunden, die im Rahmen des Löbichauer Oktoberfestes die BUGA 2007 aus Löbichau verabschiedeten. Die Löbichauer Schalmeien spielten auf und ließen die Gäste gleich richtig mitgehen. Die winterlichen Temperaturen waren dabei schnell vergessen. Beim Mitklatschen und Schunkeln war man gleich auf Betriebstemperatur. Auch Landrätin Schweinsburg und Landrat Rydzewski ließen sich von der guten Stimmung im Pachterhof anstecken und feierten mit der Schalmeienkapelle.

Lag es nun an der guten Stimmung oder war doch etwas Lampenfieber dabei? Jedenfalls hatte das Team um Bürgermeister Hermann beim Fassbieranstich mächtig zu schwitzen. Schallte das „Ozapft is!“ noch lauter wie von Münchens Oberbürgermeister Ude über den Festplatz, so musste man dann beim Ausschänken mächtig Punkte lassen. Dass ein Bierchen nicht nur aus einer markanten Blume besteht, war danach allen klar. Nach der Ursachensuche war selbst Sabotage nicht gänzlich auszuschließen, denn man konnte davon ausgehen, dass das Bierfass extremen kinetischen Energien ausgesetzt war, die ein problemloses Ausschänken nicht zuließen. Aber selbst so ein kleines Missgeschick ließ die Stimmung nicht abfallen. Die Temperaturen ließen die Gäste sowieso mehr zu Glühwein tendieren.

Den Ausklang gestaltete der Pölziger Musikexpress. Hatte man bei den Schalmeien hauptsächlich die oberen Extremitäten beansprucht, so konnte man nun auch richtig das Tanzbein schwingen lassen. So wie die BUGA war, so wurde sie auch verabschiedet. Mit einer gelungenen Veranstaltung!

„Was hätten wir denn noch gewollt?“ – Rückblickend steht hier für mich, dass wir mehr zufriedene Besucher hatten als erwartet. Wir konnten viele Zuhörer mit unserer Musik begeistern! Wir haben unsere Region, unsere Gemeinde weithin bekannt gemacht! Wir haben etwas geschaffen, auf das man noch lange zurückblicken wird! – Ist das toll? Ist das super? Keine Ahnung, aber ich bin froh, dass ich mit den Löbichauer Schalmeien dazu beitragen konnte!

Ralph Lorenz